Goldonis „Der Diener zweier Herren“

Neun Fremde warten mit Koffern, Leitern und Pappkartons beladen vergeblich auf ihren Anschluss. Um die Zeit zu überbrücken, macht die kleine Menschengruppe aus der Not eine Tugend und bespielt mit allem, was sie dabei hat, das Gleis. Goldonis Vorlage ist eine Comedia dell'arte par excellence: Der Diener zweier Herren handelt von besagtem Diener Truffaldino, der sowohl viel Hunger als auch wenig Geld hat und deswegen mit viel Einfallsreichtum versucht, zwei Herren gleichzeitig zu dienen. Nicht nur das stellt ihn vor große Herausforderungen, sondern auch sein immer knurrender Magen und die Liebe.

Aber was hat das alles mit einem Bahnhof zu tun? Nirgendwo sonst wird der Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen erster und zweiter Klasse, deutlicher. Nirgendwo sonst ist die Reise öfter ein Thema. Und nirgendwo sonst würde es besser passen, wenn zufällig aufeinander treffende Passagiere aus lauter Langeweile plötzlich die Freude am Spiel entdecken. „Bei uns wird Der Diener zweier Herren zu einer Utopie: Was könnten wir Menschen nur alles erreichen, wenn wir gemeinsame Sache machten?“, erklärt Regisseur Nathanael Ullmann.

Einen Bahnhof holt man sich jedoch nicht so einfach ins Haus. Bühnenbildnerin Franziska Daumann hat hier volle Arbeit geleistet: Bühnenbild und Requisite bestechen durch alles, was man womöglich schon einmal an einem Bahnhof gesehen hat. „Immer wieder haben wir uns im Probenprozess die Frage gestellt: Welche Requisiten passen eigentlich zu einem Bahnhof – und welche nicht?“, sagt die Bühnenbildnerin. Dazu gehören natürlich in erster Linie Koffer. Diese wurden im Vorfeld von Mitgliedern und ToM-Unterstützenden gespendet und vom Team aufwändig zu Sitzgelegenheiten und Torbogen umfunktioniert.

Und nicht nur das Bühnenbild stellte das Team vor Herausforderungen. Eigentlich hatte das Stück schon im Mai 2020 Premiere feiern sollen. Doch Corona machte den Aufführungen immer wieder einen Strich durch die Rechnung. „Irgendwie passt das ja: Ein Stück, in dem das Warten eine zentrale Rolle spielt, muss drei Jahre auf seine Premiere warten“, sagt der Regisseur grinsend. Durch die Zwangspause musste das Ensemble sich nicht nur in Geduld üben, sondern auch einiges umbesetzen. Viele Mitglieder des ursprünglichen Casts konnten aus persönlichen Gründen nicht mehr am Stück mitwirken. Das Bürgertheaterprojekt schrieb die vakanten Positionen neu aus. Nun steht ein Ensemble, in dem altes und neues Ensemble bunt gemischt sind. „Das hat die Probenarbeit spannend gemacht. Wir haben neue Einflüsse aufgenommen, ohne die alte Inszenierung ganz beiseite zu legen“, sagt Ullmann.

„Der Diener zweier Herren“ feiert am 4. Februar um 20 Uhr seine Premiere. Weitere Aufführungen sind am 5. Februar (16 Uhr), am 17. und 18. Februar (jeweils 20 Uhr) sowie am 3. und 4. März (Fr. 20 Uhr + Sa. 16 Uhr).

Anspr.prt.:   Nathanael Ullmann.
tel.:             0176/40577340
mailto:         info@tom-theater.de
web:            www.tom-theater.de

Goldonis „Der Diener zweier Herren“

Präsentiert von: ToM

Fr.

17.02.2023

20:00 Uhr

Karten: 10.-,-

/ erm. 5,-,- |

im Thealozzi Theater

Kontakt: Kulturhaus Thealozzi, Tel.: 0234-17590

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